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Es kam aus der Leitung II Hat Ambrosius je gelebt? von Dan Richter
leider ohne mp3-Aufnahme Besetzung:
Requisiten: T-Shirt, Ketchup, Pappmesser, zwei Handys, Laptop
(aufgeführt am 4.5.06)
SPRECHER: Dies ist die Geschichte „Es kam aus der Leitung“. Ein Mahn- und Warnstück für alle, die sich noch mahnen und warnen lassen. Vier Teenager mit den teilweise lächerlichen Namen Ambrosius, Adenauer, David, Erik und Bert spielen, nachdem sie sich ordentlich einen Schwips angeschwipst haben, Verstecken. Als Erik seine Freunde suchen soll, sind sie alle tot – vergiftet, erhängt, erdolcht, erschossen. Die Polizei glaubt dem angetrunkenen Erik, der auch noch behauptet, von einer seltsamen Stimme aus dem Telefon Anweisungen zu bekommen, kein Wort. Der Sekretär wird ebenfalls abgemurkst. Erik lässt nicht locker, am nächsten Tag geht er abermals zu den Bullen.
Polizeiwache.
BLATZKEWSKI: Ach, der Teenager von gestern. ERIK: Erik. BLATZKEWSKI: Von mir aus „Erik“. Also, hör mal gut zu, Erik. Verschon uns bitte mit deinen Horror-Storys. Wir haben hier selber genug Probleme. ERIK: Ja, aber... BLATZKEWSKI: Papperlapapp! Nichts „aber“. Unser Sekretär wurde letzte Nacht erschossen, da will ich jetzt nicht schon wieder Spuk-Geschichten von Stimmen aus dem Telefon und Adenauers Tod hören. ERIK: Der Sekretär? BLATZKEWSKI: Ja. ERIK: Tot? BLATZKEWSKI: Ja. ERIK: Erschossen? BLATZKEWSKI: Ja. ERIK: Letzte Nacht? BLATZKEWSKI: Ja. ERIK: Der Sekretär? BLATZKEWSKI (monoton, roboterhaft): Ja. ERIK: Tot? BLATZKEWSKI (weiter monoton): Ja. ERIK: Erschossen? BLATZKEWSKI: Ja. ERIK: Danke, dass Sie so offen mit mir sprechen. BLATZKEWSKI: Ja. ERIK: Herr Kommissar Blatzkewski! BLATZKEWSKI: Ja? ERIK (aufgeregt): Die Leichen liegen immer noch im Park. Ich bin da heute früh vorbeigegangen. Niemand nimmt von ihnen Notiz! BLATZKEWSKI: Ja. ERIK: Was „Ja“? BLATZKEWSKI: Ja. ERIK: Hä? Lange Pause. Beide schauen sich stumm und verständnislos an. ERIK: Äh, also ich würde ihnen den Tatort zeigen. BLATZKEWSKI (wacht schreckhaft aus seiner Monotonie wie aus einem Traum auf): Was? Ja, äh, natürlich, ja, ja. Tatort? Park. Ja. Selbstverständlich, Herr Erik. ERIK: Hä? BLATZKEWSKI: Ich gebe Ihnen meine beiden Assistenten mit – Wachtmeister Pöschl und Unterhilfswachtmeisteranwärterin Dombrowski. ERIK: Oh, danke, das ist ja schon mal sehr viel. BLATZKEWSKI: Ja. Lange Pause. Beide schauen sich stumm und verständnislos an. ERIK: Na dann... BLATZKEWSKI: Ja... Lange Pause. Beide schauen sich stumm und verständnislos an. BLATZKEWSKI: Pöschl? PÖSCHL: Ja! BLATZKEWSKI: Dombrowski? DOMBROWSKI (schüchtern): Ja! BLATZKEWSKI: Ihr beiden guckt mal, ob nicht vielleicht doch ein Körnchen Wahrheit an dem Gefasel dieses jungen Herrn dran ist. PÖSCHL: Wird gemacht, Chef! DOMBROWSKI (sehr schüchtern): Chef, sollen wir auch...? PÖSCHL: Schnauze! DOMBROWSKI (total verhuscht und schüchtern): Oh!... Ja! ... Entschuldigung! BLATZKEWSKI: Ab Marsch!
Im Park.
ERIK: Also, Herr Wachtmeister, ich verstehe das nicht. Vorhin lagen die hier noch rum. PÖSCHL: Ja, ja. Das große Teenager-Massaker, hahaha. DOMBROWSKI: Also, das hier sieht aus, als könnte hier... PÖSCHL: Schnauze, Dombrowski! DOMBROWSKI (total verhuscht und schüchtern): Oh!... Ja! ... Entschuldigung! ERIK: Wie kann ich Sie denn nur überzeugen? PÖSCHL: Mir egal. DOMBROWSKI: Ich würde... PÖSCHL
schaut Dombrowski nur streng ins Gesicht. DOMBROWSKI (total verhuscht und schüchtern): Oh!... Ja! ... Entschuldigung! ERIK: Die Eltern! Sie können doch die Eltern fragen. PÖSCHL
(stöhnt über die zusätzliche Arbeit) ERIK (nachdenklich): Allerdings kenne ich die Adressen gar nicht... PÖSCHL
(atmet erleichtert auf). ERIK:
Außer von Ambrosius. PÖSCHL
(stöhnt über die zusätzliche Arbeit) DOMBROWSKI: Man könnte ja... PÖSCHL
schaut Dombrowski nur streng ins Gesicht. DOMBROWSKI (total verhuscht und schüchtern): Oh!... Ja! ... Entschuldigung! PÖSCHL (seufzt resigniert): Na, dann zeig uns mal, wo die Eltern von diesem Ambrosius wohnen.
PÖSCHL (zu Dombrowski): Na los! DOMBROWSKI klingelt aufgeregt. Frau Zaunsteiger auf die Bühne. Sie öffnet. Sie trägt einen Bademantel und hat ein Handtuch um den Kopf gewickelt. DOMBROWSKI: Hallo! PÖSCHL (strenger Blick zu Dombrowski) DOMBROWSKI (flüstert total verhuscht und schüchtern): Ja, ja! PÖSCHL: Guten Tag! Sind Sie Frau Zaunsteiger? FRAU ZAUNSTEIGER (geschmeichelt): Jawohl, und wie ist Ihr Name, schöner Mann? PÖSCHL (zeigt die Dienstmarke): Pöschl. Wachtmeister. DOMBROWSKI: Dombrowski. PÖSCHL (strenger Blick zu Dombrowski) ERIK: Hallo, Frau Zaunsteiger! HERR ZAUNSTEIGER: Wat sind’n da für Penner an der Tür? FRAU ZAUNSTEIGER: Die Herren sind von der Polizei. HERR ZAUNSTEIGER (erschrocken zu sich selbst): Ach du Scheiße! versteckt heimlich den Fernseher. PÖSCHL: Frau Zaunsteiger, dürfen wir reinkommen? FRAU ZAUNSTEIGER: Aber selbstverständlich, Herr Wachtmeister.
Sie gehen in die Wohnung
PÖSCHL (gibt Herrn Zaunsteiger die Hand): Pöschl. Wachtmeister. HERR ZAUNSTEIGER: Zaunsteiger. (Händeschütteln) PÖSCHL (wischt sich angeekelt die Hand an der Hose ab): Herr und Frau Zaunsteiger. Dieser Junge hier behauptet, dass Ihr Sohn Ambrosius von einem Unsichtbaren umgebracht worden sein soll. Wir bezweifeln das. Also meine Frage: Vermissen Sie Ihren Sohn Ambrosius? Und wann haben Sie ihn das letzte Mal gesehen? HERR und FRAU ZAUNSTEIGER (schauen einander lange und verständnislos an. Dann wie aus einem Munde): Hä? Ambrosius? Was für ein Ambrosius? PÖSCHL: Wie heißt denn Ihr Sohn? HERR und FRAU ZAUNSTEIGER: Was für ein Sohn? PÖSCHL: Also dieser junge Mann hier... HERR und FRAU ZAUNSTEIGER: Wer ist dieser junge Mann? ERIK: Aber Frau Zaunsteiger! Ich bin’s doch! Erik! HERR und FRAU ZAUNSTEIGER: Erik? Was für ein Erik? PÖSCHL: Na gut, alles so, wie ich vermutet hatte. Entschuldigen Sie, Frau Zaunsteiger, Herr Zaunsteiger. Es tut mir sehr leid. ERIK: Ja, aber... PÖSCHL: Raus! Jetzt hab ich aber die Faxen dicke! ERIK: Dicke? PÖSCHL: Ja, dicke. HERR und FRAU ZAUNSTEIGER: Wen meinen Sie mit „Dicke“? PÖSCHL: Nichts, nichts, komm schon, Erik, raus jetzt! Auf Wiedersehen.
Pöschl schiebt Erik durch die Wohnungstür nach draußen. Beide ab.
DOMBROWSKI (lässt sich erschöpft aufs Sofa fallen): Puh, was für eine Aufregung jedes Mal. HERR und FRAU ZAUNSTEIGER: Was machen Sie denn noch hier? DOMBROWSKI (total verhuscht und schüchtern): Oh!... Ja! ... Entschuldigung! geht durch die Wohnungstür ab. HERR und FRAU ZAUNSTEIGER (schauen einander lange und verständnislos an. Dann wie aus einem Munde): Hä?
Erik bei sich zu Hause. Eriks Mutter mit Sektglas in der Hand
ERIKS MUTTER (betrunken): Erik, das ist mir Wurscht! Prösterchen! ERIK: Aber Mama! ERIKS MUTTER: Was soll das heißen „Alle tot! Adenauer vergiftet“, hahaha! „Adenauer vergiftet“, ich fassis nich!
Eriks Mutter stolziert ab. Erik wirft sich weinend auf sein Bett und schluchzt eine Weile. Dann klingelt das Telefon. ERIK: Hallo? STIMME: Na, mein kleiner Freund? Ich hab dir doch gesagt, dass die Polizei dir nicht glauben wird. ERIK: Ja, das stimmt. Und selbst die Eltern von Ambrosius! Die haben mich nicht erkannt, und anscheinend wissen die nicht mal mehr, dass sie einen Sohn haben. STIMME: Hatten! ERIK: Ja, hatten. Was soll denn das? Was wird denn hier gespielt? STIMME: Na Theater! ERIK: Hä? STIMME: Kleiner Scherz. Erik, was wir hier tun, ist nur zu deinem Besten. ERIK: „Wir“? Wen meinen Sie mit „Wir“? Worauf läuft das alles hinaus? STIMME: Um das zu erfahren wirst du dich noch eine Woche gedulden müssen. Schlussmusik SPRECHER:
Die Polizei inkompetent, die Eltern verwirrt, Erik in der Klemme, wer
ist die Stimme. Ich fürchte, auch ihr müsst euch noch eine Woche
gedulden. Aber ob dann eure Fragen beantwortet werden? So oder so gibt
es dann wieder eine neue Folge von Es kam aus der Leitung
Musik! ******************** |